Linie abrunden

Mit Linie abrunden berechnet die möglichen Bögen zwischen zwei Tangenten und verbindet diese automatisch über den Bogen, wenn dies möglich ist.

Diese Funktion berechnet die möglichen Bögen zwischen zwei Tangenten und verbindet diese automatisiert über den Bogen, wenn dies möglich ist. Dabei werden die Punkte in einer Linie dahinter gelöscht, wenn es sich um zwei unterschiedliche Linien handelt. Ist es eine Linie wird entweder der Bogen zwischen zwei benachbarten Segmenten konstruiert, oder die Punkte dazwischen gelöscht. Eine Einzelbogenkonstruktion ist auch möglich, sowie eine Konstruktion über freie Koordinaten.

Diese Funktion kann nicht alle Forderungen erfüllen, da sie sich teilweise ausschließen. Zum Beispiel die Forderung, dass ein Objekt sich nicht verändern darf und trotzdem Polylinien mit Splinanteilen automatisch verbunden werden. Außerdem wurde bei der Entwicklung dieser Funktion auch darauf Rücksicht genommen, dass die Anwender den "Haifisch" von UR aus dem alten Lageplan vermissen.

Abbildung 1. Linie abrunden

Tangenten werden über die Auswahl von Linienpunkten bestimmt:

  • Wenn man Linienpunkte hervorhebt, wird das betroffene Segment eingezeichnet. Immer das Segment hinter dem ausgewählten Punkt wird markiert.
  • Beim ersten Punkt wird bei einer geschlossenen Linie das letzte Segment verwendet.
  • Beim ersten Punkt wird bei einer offenen Linie das erste Segment verwendet.
  • Bei Splinepunkten wird die Tangente über den davor liegenden, aufgelösten Splinepunkt bestimmt.

    Bei der Auswahl von Splinepunkten werden nur Einzelbögen konstruiert und Linien nicht miteinander verbunden, da das Verschieben des Splinepunkts in einer Veränderung des Kurvenverlaufs resultieren würde. Nur maximal ein Bogenanteil kann an dieser Konstruktion teilhaben.

  • Ist der Punkt Teil eines Bogens, wird der Bogen als Grundlage für die Konstruktion verwendet.
  • Freie Definition in der Grafik

    Nur Einzelbögen werden erzeugt.

Sind die Tangenten parallel, wird die Radiusauswahl übersprungen.

Befehle

Folgende Befehle können während der Konstruktion abgesetzt werden (sind auch in den Statustexten erwähnt!):

  • [MFKA]…Modus freie Koordinaten. ermöglicht die Tangentendefinition über freie Koordinaten direkt in der Grafik. Tangenten über Linienpunkte sind dann nicht notwendig.
  • [NTA]…Neue Tangentenauswahl, um die Tangentenauswahl neu zu starten.
  • [EBA]…Einzelbogenmodus an/aus. Kann nach dem bestimmen des Radius geändert werden. So kann das Verbinden von Linien explizit unterbunden werden und nur ein Einzelbogen konstruiert werden.

    Anmerkung: Dieser Modus wird während der Session beim nächsten Aufruf der Funktion beibehalten!
  • [TL]…Tausche Lösung. Während der Auswahl des Radius können auch die Lösungen für den großen Bogenanteil verwendet werden. Also wird entweder der große oder der kleine Bogenanteil für alle Lösungsmöglichkeiten angeboten.

    Anmerkung: Dieser Modus wird während der Session beim nächsten Aufruf der Funktion beibehalten!

Verbinden von Linie

Die Richtung der Linie wird beachtet. Vom ersten Punkt in der Linie zum ersten ausgewählten Punkt und dann zum zweiten ausgewählten Punkt weiter zum letzten Punkt in der zweiten Linie.

Wenn in der ersten Linie der erste Punkt oder in der zweiten Linie der letzte Punkt ausgewählt wird, wird diese Linie umgedreht. Alle Punkte „dazwischen“ werden entfernt.

Höheninterpolation

Die Höheninterpolation findet nur statt, wenn alle ausgewählten Segmentpunkte eine Höhe ungleich 0 haben.

Anmerkung: Daher kann im freien Modus keine Höheninterpolation stattfinden.

Die Interpolation behält die Steigungen in den Segmenten bei, um eine Relation in der Raumstrecke zu den neuen Bogenpunkten zu erreichen.

Beispiel

Wird der Anfang des Bogens genau in der Mitte einer einfachen Linienverbindung konstruiert, deren Punkte die Höhe 233 und 234 Meter haben, erhält der Bogenanfangspunkt die Höhe 233,5 m. Für den anderen Bogenpunkt wird die Steigung des zweiten Segments ausschlaggebend. Der Bogenmittelpunkt wird durch die zwei Höhen am Bogenanfang und Bogenende interpoliert. Ist das Segment ein Kreisbogen, wird nicht die einfache Raumstrecke zwischen den drei Punkten betrachtet, sondern der Umfang des Kreisbogens zur Interpolation eingesetzt.

  1. Klicken Sie auf der Registerkarte Start > Linie > Abrunden.
  2. Markieren Sie den Linienpunkt der ersten Tangente, an der der Bogen gezeichnet werden soll.
  3. Markieren Sie den Linienpunkt der zweiten Tangente, an der der Bogen gezeichnet werden soll.
  4. Geben Sie MFKA ein und legen Sie die vier Punkte der beiden Tangenten frei fest.
    • Mit Linksklick in der Grafik

    • Durch Eingabe der Werte in der Werkzeugleiste Konstruktion

    • Durch Konstruktion mithilfe der Werkzeugleiste Konstruktion

    Die resultierenden Bögen werden temporär gezeichnet.

  5. Legen Sie den Radius des Bogens fest:
    • Mit Linksklick in der Grafik

    • Durch Eingabe der Werte in der Werkzeugleiste Konstruktion

    • Durch Konstruktion mithilfe der Werkzeugleiste Konstruktion

    Mit der Definition sind die Bögen fixiert.

  6. Bei mehreren rechnerisch möglichen Bögen: Wählen Sie den gewünschten Bogen aus.
  7. Definieren Sie weitere Objekte auf diese Weise oder beenden Sie den Bearbeitungsmodus mit Esc.