Parameter

Parameter legt die Einstellungen für die DGM-Berechnung sowie die Definition der zu protokollierenden Fehler fest.

Abbildung 1. Dialogfeld „DGM-Parameter”
  1. Aktueller Parameter
  2. Gewählter Wert
  3. Beschreibung

Allgemein

Parameterdialog immer anzeigen
definiert, ob vor jeder DGM-Berechnung das Dialogfeld angezeigt wird. Damit können die Einstellungen jederzeit überprüft werden, z. B. der Umring.

Berechnung

Algorithmus legt die Berechnungsweise zur Erzeugung des DGM fest:

  • Einschneiden

    Zerschneidet die vorhandenen Dreiecke beim Einarbeiten langer Bruchkanten.

    Anmerkung: Für die Einrechnung von Bruchkanten in der Bauabrechnung dieses Verfahren verwenden: Dann werden die bisherigen Dreiecke beibehalten und nicht neu vermascht.

    Beim nachträglichen Einrechnen von Bruchkanten (DGM > Eigenschaften > Punkte und Bruchkanten einrechnen) wird keine Delaunayprüfung (Prüfung der Delaunay-Triangulation) durchgeführt. Dadurch entstehen nur geschnittene Dreiecke, keine umgeklappten Kanten.

    An einem Schnittpunkt zwischen Bruchkante und Dreieckskante wird ein künstlicher Punkt erzeugt. Aus ursprünglich zwei Dreiecken werden vier kleine Dreiecke. Dieser Algorithmus wird nur noch sehr selten für spezielle Modelle benutzt, da hier im DGM viele künstliche Punkte erzeugt werden.

    Die Punkte werden neu nummeriert.

    Abbildung 2. Einschneiden
  • Kantentausch

    Durch Vertauschen von Dreieckskanten wird die fehlende Bruchkante hergestellt. Dies führt in der Regel zu einer geringeren Anzahl von Dreiecken und ist im Allgemeinen numerisch stabiler.

    Nach der Berechnung werden die Schnittpunkte der Dreieckskanten mit den Bruchkanten automatisch erkannt und dann so gedreht, dass der Dreiecksschenkel entlang der Bruchkante verläuft. Es entstehen somit keine zusätzlichen Dreiecke. Daher hat sich der Algorithmus Kantentausch als der gängigste der drei herausgestellt, womit wohl die meisten Modelle gerechnet werden können.

    Die Punkte werden neu nummeriert.

    Abbildung 3. Kantentausch
    Anmerkung: Durch den Kantentausch entstehen lang gestreckte Dreiecke.
  • Bauabrechnung

    Beim Algorithmus Einschneiden entstehen im Modell künstliche Punkte, die nicht in der Örtlichkeit gemessen wurden. Auch beim Algorithmus Kantentausch gibt es Sonderfälle, die künstliche Punkte erzeugen.

    Will man sicher gehen, dass keine künstlichen Punkte im Modell vorhanden sind, wählt man den Algorithmus Bauabrechnung. Damit besteht das DGM nur aus vom Anwender vorgegebenen Punkten. Das Berechnungsprinzip dieses Algorithmus ist dasselbe wie beim Kantentausch. Allerdings werden hierbei keine zusätzlichen künstlichen Punkte erzeugt, sondern diese Bereiche werden komplett ausgespart und als Fehler protokolliert.

    Ein weiterer Unterschied hinsichtlich dieses Algorithmus besteht darin, dass für die Dreiecksvermaschung die vorhandenen Punktnamen aus der Datenbank verwendet werden.

    Anmerkung: Dies ist insbesondere dann notwendig, wenn Erdmassen nach den Verfahren GAEB oder REB berechnet oder exportiert werden sollen.

    Bei den beiden anderen Algorithmen werden die Punkte neu nummeriert. Hier werden die Punktnamen der zur Berechnung übergebenen Punkte im DGM mitgeführt.

    Wenn Punkte ohne Punktnamen eingerechnet wurden, erscheint am Ende der DGM-Berechnung ein entsprechender Hinweis. Werden den Punkten nach der Berechnung Namen zugewiesen, erscheint ebenfalls ein entsprechender Hinweis.

    Nur beim Algorithmus Bauabrechnung können die Optionen Punkten ohne Namen neuen Namen zuweisen und Punktnamenschema aktiviert werden, hier stehen für die Punktnamen unterschiedliche Schemata zur Verfügung.

ACHTUNG: Zum Export des DGM mit Punktnamen im REB- oder GAEB-Format muss der Algorithmus Bauabrechnung verwendet werden!
Anmerkung: Bei sehr umfangreichen und regelmäßigen Datenbeständen kann die Dreiecksberechnung zu Ergebnissen führen, die eine manuelle Nachbearbeitung erforderlich machen.

Punkten ohne Namen neuen Namen zuweisen legt für die nicht nummerierten Punkte einen Namen nach dem definierten Schema fest.

Bei der Berechnung eines DGM im Algorithmus Bauabrechnung wird überprüft, ob alle selektierten Punkte einen Punktnamen aufweisen. Wenn Punkte ohne Punktnamen vorhanden sind, wird vor der DGM-Berechnung das Dialogfeld zur Punktnamenvergabe aufgerufen.

Die Option ist als Standard aktiviert.

Auch die Punktnamen werden geprüft. Leerzeichen vorne und hinten werden weggelassen.

Wenn der Punktname immer noch mehr als 7 Zeichen aufweist, werden von hinten die überzähligen Stellen bei der DGM-Berechnung gekürzt.

ACHTUNG: Dadurch kann es vorkommen, dass Punkte mit gleichem Punktnamen entstehen.

Diese können protokolliert werden.

Anmerkung: Ist die automatische Punktnamenvergabe aktiviert, werden die Namen nicht gekürzt, sondern neue eindeutige Namen zugewiesen.

Im abschließenden Informationsdialogfeld wird darauf hingewiesen.

Anmerkung: Die Funktion steht nur für den Algorithmus Bauabrechnung zur Verfügung.

Punktnamenschema legt die Zusammensetzung der Namen für neue Punkte fest.

Die Punktnamengenerierung kann festgelegt werden.

Auflösung Splines/Bögen [m] gibt das Intervall an, in dem Splines und Bögen aufgelöst werden (Punktabstand in Linienzügen). Gibt man hier z. B. 0,2 [m] ein, entsteht ein Linienzug mit Segmenten von 20 cm Länge.

Ausgangsobjekte können sein:

  • Spline

  • 3D-Polylinie vom Typ Spline

  • 2D-Polylinie vom Typ Spline

  • Polylinie mit Bögen

Anmerkung: Bei Polylinien, die aus Segmenten vom Typ Bogen und Linie bestehen, werden die Geradenstücke (Typ Linie) nicht aufgelöst.
Anmerkung: 3D-Polylinien, 2D-Polylinien und Polylinien vom Typ Simple bestehen nur aus Geradenstücken und werden nicht aufgelöst.

VESTRA löst vorhandene Splines und Bögen sehr fein auf, wobei viele Punkte entstehen. Durch die Angabe eines Auflösungskorridors wird festgelegt, wie diese Punkte reduziert werden können. Dabei geht das Programm folgendermaßen vor:

Der erste Punkt der aufgelösten Linie wird mit dem übernächsten durch eine Gerade verbunden. Vom dazwischen liegenden Linienpunkt wird das Lot auf diese Gerade gefällt.

  • Ist der Abstand kleiner als der vorgegebene Auflösungskorridor, wird der Punkt gelöscht.

  • Ist der Abstand größer als der vorgegebene Auflösungskorridor, wird der Punkt beibehalten.

Auf diese Weise wird die gesamte Linie von vorne nach hinten durchgearbeitet und optimiert.

Beispiel

Abbildung 4. Skizze Auflösungskorridor

In diesem Beispiel wurde ein Auflösungskorridor von 10 cm gewählt.

Zunächst wird Punkt 1 mit Punkt 3 verbunden, danach das Lot auf diese Linie durch Punkt 2 gefällt.

Der Abstand beträgt 14,07 cm: Punkt 2 bleibt Teil der Linie.

Anschließend wird Punkt 2 mit Punkt 4 verbunden, danach das Lot auf diese Linie durch Punkt 3 gefällt.

Der Abstand beträgt 9,78 cm: Punkt 3 entfällt.

  1. Schwarz, durchgezogen…Aufgelöster Bogen
  2. Schwarz, gepunktet…Linie zum übernächsten Punkt
  3. Schwarz, gestrichelt…Lot
  4. Cyan…Optimierte Linie

Maximale Kantenlänge [m] Randbildung berechnet das DGM nach komplexen stochastischen Verfahren seinen Rand selbstständig, wenn keine Umringe bzw. Inringe für Aussparungen definiert sind. Dieses Verfahren führt in der Regel zu akzeptablen Ergebnissen.

Um Einfluss auf die Randgestaltung zu nehmen, muss ein Wert > 0 eingegeben werden. Dann werden bei der DGM-Berechnung für die Bestimmung des Umrings nur Randdreiecke bis zu der hier festgelegten Kantenlänge berücksichtigt.

Anmerkung:

Bei der Eingabe von [0] wird der Rand automatisch bestimmt.

Die maximale Kantenlänge wird nicht berücksichtigt, wenn dadurch das DGM in mehrere Einzelmodelle zerfallen würde.

Maximale Kantenlänge [m] innenliegend schaltet innenliegende Dreiecke über eine max. Kantenlänge (Parameter) inaktiv. Dadurch können Löcher im DGM erzeugt werden.

Anmerkung: Bei der Eingabe von [0] wird die Vermaschung durchgehend definiert. Es entstehen keine Löcher im DGM.

Beispiel

Beim Scan über ein Punktraster können Flächen für Gebäude automatisch als Loch im DGM ausgespart werden.

Nullhöhen benutzen bezieht Punkte mit Höhe 0 in die DGM-Berechnung ein (mittels der speziellen Höhenangabe 0,000001 m).

Bruchkanten ohne Höhe einrechnen rechnet 2D-Linien (kein Linienpunkt besitzt eine Höhe) als Bruchkanten ins DGM durch Interpolation nach der eigentlichen DGM-Berechnung ein.

Nur Linien, bei denen alle Linienpunkte die Höhe Null besitzen, werden eingerechnet.

Hierdurch kann sich unter Umständen die Anzahl der bei der Berechnung gemeldeten Fehlerpunkte ändern.

Anmerkung: Besitzt mindestens ein Punkt der Linie eine Höhe (bei einem oder mehreren Linienpunkten ohne Höhe), wird die Bruchkante nicht berücksichtigt. Diese Bruchkanten gehören zur Kategorie Fehlerprotokoll > Bruchkantenpunkt ohne Höhe und werden in der Fehlerliste des DGM aufgeführt und im Lageplan entsprechend als solche angezeigt.

Fehlerprotokoll

Legt bestimmte Situationen fest, die im Datenbestand bei der DGM-Berechnung als Fehler identifiziert und dokumentiert werden.

Anmerkung: Die Fehlerliste wird nur bei vorhandenen Fehlern erzeugt/angezeigt.

Unter DGM-Manager > Eigenschaften > Fehlerliste können die protokollierten Fehler in der Grafik nacheinander angezeigt werden.

Fehler anzeigen ruft das Fehlerprotokoll für alle DGM im DGM-Manager auf. Unter Fehler können die einzelnen Punkte ausgewählt werden, wobei der Punkt in der Grafik markiert wird, um den Fehler zu lokalisieren und zu korrigieren.

Fehlerliste löschen entfernt alle Einträge aus der Fehlerliste.

Anmerkung: Standardmäßig sind alle Optionen gewählt.

Beim nachträglichen Einrechnen von Bruchkanten werden auftretende Fehler zu einer vorhandenen Fehlerliste hinzugefügt.

  • Höhenunterschied lagegleicher Punkte

    An derselben Koordinate gibt es Punkte mit unterschiedlichen Höhen.

  • Lagegleiche Punkte mit unterschiedlichen Namen

    Im Modus Bauabrechnung wird bei lagegleichen Punkten mit unterschiedlichen Punktnamen der größere Punktname beibehalten, damit immer ein Punktname übrig bleibt. Diese lagegleichen Punkte mit unterschiedlichen Punktnamen werden aufgelistet.

  • Freier Schnitt zwischen Bruchkanten

    Zwei Bruchkanten schneiden sich, der Schnittpunkt ist aber nicht Teil der Bruchkanten.

    Die Höhe des Neupunkts, der beim freien Schnitt zweier Bruchkanten entsteht, wird aus der Höhe der einzuarbeitenden Bruchkante bestimmt.

    Anmerkung: Die Höhen der beiden Bruchkanten werden ignoriert (keine gemittelte Höhe).
  • Bruchkante über freiem Punkt

    Eine Bruchkante läuft genau über einen anderen Punkt, ohne dass dieser Teil der Bruchkante ist.

  • Zu tolerierende Höhendifferenz [cm]

    Legt eine Höhendifferenz fest, bis zu der die Protokollierung der Fehler der vorgenannten drei Punkte unterdrückt wird.

  • Bruchkantenpunkt ohne Höhe

    Eine Bruchkantenlinie besitzt sowohl Punkte mit Höhe als auch Punkte ohne Höhe. Dadurch kann für diesen Linienzug keine Bruchkantenberechnung durchgeführt werden und die beiden Teilbruchkanten solch eines Punkts ohne Höhe werden bei der Berechnung nicht berücksichtigt.

  • Abgebrochene Bruchkantenbearbeitung

    Dieser Fehler tritt bei numerischen Problemen der Berechnung auf.

    Umring/Inring nicht geschlossen

    Klassifizierungslinien ohne Höhen oder mit nicht identischem Anfangs- und Endpunkt

Anmerkung: Das zweimalige Einrechnen des gleichen Kunstkörpers führt notwendigerweise zu Leerflächen.

Inringe für Aussparungen

Der Inring für Aussparungen begrenzt das Gebiet, in dem die Dreiecksvermaschung berechnet werden soll, nach innen. Der Inring schließt Bereiche aus der Berechnung aus.

Der Inring erfordert folgende Bedingungen:

  • Das Polygon ist geschlossen.

  • Das Polygon weist an allen Stützpunkten eine geodätische Höhe auf.

  • Die Inringlinie muss die im Dialogfeld Parameter festgelegte Fachbedeutung besitzen, damit sie als Umring für das DGM dienen kann.

    Zuweisen z. B. auf der Registerkarte Extras > Eigenschaften: Die RAS-Verm-Fachbedeutungen #27I.0000 (Inring) und #27U.0000 (Umring) stehen für die Definition zur Verfügung.

Über die Zuordnung einer Fachbedeutung (und damit einer Ebene) wird festgelegt, welche Linienzüge als Inringe bei der DGM-Berechnung verwendet werden.

Diese Punkte ergeben sich zwangsläufig, da die Inringe als Bruchkanten betrachtet werden und somit auch in die Fehlerbetrachtung einfließen.

Anmerkung:

Alle Linienzüge, die die gewählte Fachbedeutung haben, werden als Inringe zur DGM-Berechnung verwendet.

Für Linienpunkte ohne Höhe werden die Bruchkanten mit dem vorigen und dem nachfolgenden Linienpunkt nicht berücksichtigt (Ausnahme: Die Option Parameter > Berechnung > Nullhöhen benutzen ist aktiviert).

Umring

Der Umring begrenzt das Gebiet, in dem die Dreiecksvermaschung berechnet werden soll, nach außen.

Der Umring erfordert folgende Bedingungen:

  • Das Polygon ist geschlossen.
  • Das Polygon weist an allen Stützpunkten eine Höhe auf.
  • Die Umringlinie muss das Liniensymbol 98 Umring besitzen, damit sie als Umring für das DGM dienen kann.

Die beiden ersten Punkte ergeben sich zwangsläufig, da der Umring als Bruchkanten betrachtet wird und somit auch in die Fehlerbetrachtung einfließt.

Über die Zuordnung einer Ebene und/oder einer Fachbedeutung wird festgelegt, welche Linienzüge als Umringe bei der DGM-Berechnung verwendet werden.

Anmerkung:

Alle Linienzüge, welche sich auf den gewählten Ebenen befinden bzw. die gewählte Fachbedeutung haben, werden als Umringe zur DGM-Berechnung verwendet.

Für Linienpunkte ohne Höhe werden die Bruchkante mit dem vorigen und dem nachfolgenden Linienpunkt nicht berücksichtigt (Ausnahme: Die Option Nullhöhen benutzen ist aktiviert).