TopoRail
Mit TopoRail übernehmen Sie Trassendaten und Gradientendaten aus dem Trassierungsprogramm der SBB.
TopoRail ist das Softwarepaket für Trassierungsberechnungen, Datenverwaltung und Absteckungen der Schweizerischen Bundesbahnen SBB. In TopoRail werden die Angaben für die Achsgeometrie, für das Rampenband und die Gradiente in drei unterschiedlichen Dateien je Gleis getrennt verwaltet.
Über den Dateinamen ist eine eindeutige Zuordnung der drei Einzeldateien zueinander gewährleistet.
Bei der Bereitstellung von Geometrieinformationen für Infrastrukturmaßnahmen ergibt sich durch die Dreiteilung häufig eine sehr große Anzahl von Einzeldateien. Um diese Daten nicht mühsam einzeln manuell und damit fehleranfällig einlesen und zuordnen zu müssen, besteht die Möglichkeit der automatischen Erzeugung der Achsnummern und Achsnamen sowie der automatischen Zuordnung in VESTRA aus den Originaldateinamen.
Da die Gradiente in der Schweiz, anders als in Deutschland, immer in der Gleismitte verläuft, werden die programminternen Werte entsprechend eingestellt, ohne dass ein manueller Eingriff notwendig ist.
Import als Darstellungsachsen
Bahnachsen können aus dem Format TopoRail beim Import als Darstellungsachsen gespeichert werden:
- Als Darstellungsachse Bahn
- Als Darstellungsachse Kilometrierungslinie
- Als Darstellungsachse Straßenbahn (Bahn)
Diese Darstellungsachsen können wie Elementachsen für die Auswertung im Bahnbereich genutzt werden. Eine Kilometrierungsachse kann Fehlstationen haben, eine Bahnachse nicht. Eine Bahnachse kann Weichen haben, eine Kilometrierungsachse nicht. Die Kilometrierungsachse hat keine Überhöhung.
Die Auswahl der Achsart erfolgt unter .
Wizard
Der Wizard führt durch komplexe Vorgänge mit einer übersichtlichen Struktur.
Alle notwendigen Schritte zur Erreichung des jeweiligen Ziels (Import/Export von Datenformaten, Konstruktionen ...) werden links angezeigt. Die zum jeweiligen Zeitpunkt noch nicht verfügbaren Schritte sind ausgegraut. Sobald die Ausführung der nächsten Schritte möglich ist, kann man diese als Link anklicken.
Während der Bearbeitung im Wizard kann beliebig zwischen den verfügbaren Schritten gewechselt werden, z. B. um Eingaben zu kontrollieren oder korrigieren.
Durch die strukturierte Gestaltung ist zu jedem Zeitpunkt der Bearbeitung ersichtlich, wie viele und welche Arbeitsschritte noch ausstehen.
In einem Wizard sind folgende Symbol-Schaltflächen enthalten:
Zurück wechselt zur vorhergehenden Seite des Wizards.
Weiter wechselt zur nächsten Seite des Wizards.
Fertig bzw. Strg+R startet die Berechnung.
Beenden schließt den Wizard ohne Übernahme der Daten.
Hilfe
F1 zeigt die kontextsensitive Hilfe an.
Listenausgabe
Im unteren Teil des Wizards werden Informationen über die Datenübergabe angezeigt.
Zur Beschreibung der Anzeige siehe Liste.
Mit der Schaltfläche
Umsetzung starten
oder Strg+R werden die Daten erzeugt:
- Beim Import werden die Daten ins Projekt übernommen.
- Beim Export werden die Daten als Datei bzw. Dateien erzeugt.
Schweiz: Abbildungsreduktion
bei der Weichenberechnung
In der Schweiz werden die Koordinaten und Höhen sowie die Längsneigung der Weichenlängen reduziert. Daher werden die Längen und den Weichenwinkel vor der Weichenberechnung korrigiert.
Notwendige Eingangsdaten:
- Längen der Weiche und Tangenten aus dem Weichenkatalog
- Weichenwinkel aus dem Weichenkatalog
- Für die Bezugsachse muss im Bereich der Weiche eine Gradiente vorhanden sein.
- Das VESTRA-Projekt muss mit den richtigen Koordinaten angelegt worden sein.
- Im Dialogfeld Einstellungen müssen Projekt-Koordinatensystem (CH_CH1903+) und Höhensystem eingestellt sein. Die mittlere Bezugshöhe des Projekts muss eingetragen sein, da die Funktion sonst für den ppm-Wert unrichtige Daten liefert.
Reduktion der Weichenwerte
Die Reduktion der Weichenwerte erfolgt in vier Schritten:
- Reduktion der Weichenlänge bezüglich der Längsneigung
Nach dem Platzieren der Weiche auf der Bezugsachse wird die Weiche mit den Festwerten aus dem Weichenkatalog vorläufig eingerechnet. Zu den Weichenpunkten WA (Weichenanfang) und WE (Weichenende) werden die Höhen auf der Gradiente der Bezugsachse ermittelt und das ∆H gebildet.
Anmerkung:Mit der Längsneigung der Gradiente darf nicht gearbeitet werden, da sich diese in der Weiche ändern kann!Aus der Weichenlänge im Stammgleis aus dem Weichenkatalog und dem ∆H wird über den Pythagoras die Weichenlänge in der Horizontalen berechnet.
- Reduktion der Weichenlänge bezüglich des Koordinatensystems und des
Höhensystems
Die Abbildungsreduktion für den Weichenanfangspunkt bezüglich Koordinaten und Höhensystem wird berechnet (ppm-Wert).
Berechnungsablauf für einen ppm-Wert:
Reduktionswert = Weichenlänge horizontal x ppm-Wert / 1.000.000
vollständig reduzierte Weichenlänge = Weichenlänge horizontal – Reduktionswert
Anmerkung:Die vollständig reduzierte Weichenlänge ist immer kürzer als die horizontale Weichenlänge.Die Längen der Tangenten und ggf. vorhandener Stammgleisgeraden und Zweiggleisgeraden werden im gleichen Verhältnis gekürzt.
- Reduktion des Spreizmaßes
Das reduzierte Spreizmaß (Abstand zwischen Stammgleis und Zweiggleis am Weichenende) wird für die Berechnung des reduzierten Weichenwinkels benötigt.
Das nicht reduzierte Spreizmaß wird aus den Weichenwerten aus dem Weichenkatalog berechnet:
Spreizmaß = 2 x Tangentenlänge aus Weichenkatalog x sin (Weichenwinkel aus Weichenkatalog / 2)
Reduktionswert = Spreizmaß x ppm-Wert / 1000
reduziertes Spreizmaß = Spreizmaß – Reduktionswert
- Reduktion des Weichenwinkels
Der reduzierte Weichenwinkel wird aus den reduzierten Tangenten und dem reduzierten Spreizmaß berechnet:
reduzierter Weichenwinkel = arccos (1 – reduziertes Spreizmaß2 / 2 x reduzierte Tangente2)
Abschließend erfolgt die Weichenberechnung mit diesen Werten.
Weichenberechnung
In die eigentliche Weichenberechnung gehen nun die reduzierte Weichenlänge, die reduzierten Tangenten und der reduzierte Weichenwinkel ein. Die vorläufig berechneten Weichenpunkte müssen aktualisiert werden.
Besonderheit
Die folgenden Elemente schließen an den Punkt WEZ mit der dort vorhandenen Richtung, welche über das Weichendreieck berechnet wurde, an. Der Zweiggleisbogen hingegen wird als Festelement zwischen WA und WEZ mit dem Radius der Grundform berechnet. Dabei ergeben sich am WA und am WEZ Richtungsdifferenzen!
Die Reduktion wird in den Berechnungsprotokollen dokumentiert.
Die Reduktionswerte werden in der Exportschnittstelle Toporail (*.XTR) mit übergeben.
Die Berechnung wird bei der Achsberechnung im mit aktiviert. Dafür muss der Schweizer Katalog eingestellt sein.
Ein Katalogwechsel wird erst wirksam, wenn das Projekt komplett beendet und wieder gestartet wird.

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