Verziehungselement

Mit Verziehungselementen erzeugen Sie Achselemente, die durch eine Station auf der Bezugsachse und den gewünschten Abstand definiert werden.

Mit dem Verziehungselement kann eine automatische Verziehung zwischen zwei Festelementen erreicht werden. Bei diesem Element werden ein oder mehrere automatische Radien erzeugt.

Durch Station und Abstand von der Achse wird der erste Punkt des Achselements festgelegt. Der zweite Punkt ergibt sich durch das nachfolgende Achselement.

Verziehungselemente stellen Sonderformen der Korrespondenzelemente dar.

Anmerkung:

Über die Schaltflächen des Achsassistenten und Neues Element am Ende der Elementfolge anfügen kann das aktuelle Element vor das ausgewählte Element bzw. an das Ende der Elementfolge ein- bzw. angefügt werden.

Im Dialogfeld sind die Parameter auswählbar und anhand einer Skizze beschrieben.

Unterschieden wird nach gleichläufigen und gegenläufigen Elementen.

Anmerkung:
Verziehungselemente werden immer paarweise eingegeben; zwischen ihnen werden Verziehungsradien erzeugt.

Im Eingangs-Dialogfeld sind die verschiedenen Verziehungselemente auswählbar und anhand einer Skizze beschrieben.

Die Verziehungselemente 111 und 112 sind als gesonderte Korrespondenzelemente zu betrachten. Sie können damit Breitenverziehungen innerhalb einer Achse (z. B. Fahrbahnaufweitungen) oder von einer Bezugsachse auf eine andere berechnen.

Das Eingabedialogfeld lässt nur eine paarweise Eingabe zu:

  • Element 111 + 111
  • Element 112 + 112
  • Element 111 + 112
  • Element 112 + 111

In Abhängigkeit der eingegebenen Anschlussbedingungen an die Bezugsachse(n) ermittelt das Programm zwei Radien, die bei gestreckten Verziehungen einen gegenläufigen, bei kurzen Verziehungen mit starker Richtungsänderung einen gleichlaufenden Krümmungssinn haben.

Abbildung 1. Gegenläufige Radien
Abbildung 2. Gleichläufige Radien
Anmerkung:
Bei ungünstigen Verhältnissen zwischen den Radien der Bezugsachse zu den Längen der Verziehungen und deren Abstandswerten kann die berechnete Verziehung unbrauchbar werden. Das Verändern der Eingabewerte kann in der Grafik mitverfolgt werden.
Abbildung 3. Verziehung
  1. Anfangsstation der Verziehung: Station des 1. Verziehungselements
  2. Endstation der Verziehung: Station des 2. Verziehungselements

Davor und danach kann bei Verziehungselement 111 noch eine Parallele zur Achse eingerechnet werden.

Verfahren

Das Verziehungselement wird unterteilt in:

  • 2 Radien und Parallelbereiche (111)

    Berechnet eine Verziehung aus zwei gegenläufigen Radien und stellt vor bzw. nach dem Verziehungsbereich jeweils ein weiteres Element (konzentrische Radien) bereit, sodass z. B. Pufferelemente ohne weitere Zwischenelemente angehängt werden können.

    Bestimmungsstücke sind:

    • Bezugsachse, Station und ggf. Abstand
  • 2 Radien (112)

    Berechnet eine Verziehung aus zwei gegenläufigen Radien.

    Bestimmungsstücke sind:

    • Bezugsachse, Station und ggf. Abstand

Kombination Verziehungselemente 111/112

Die Verziehungselemente 111 und 112 können miteinander kombiniert werden. Dabei werden folgende Elementfolgen gebildet:

(C und D = berechnete Verziehungsradien)

  1. Verziehungselement 2 Radien 112
  2. Verziehungselement 2 Radien und Parallelbereiche 111
  3. Pufferelement Radius 032
  4. Festelement Punkt-Punkt (Radius) 030
Anmerkung:
Das Pufferelement Automatische Radien 232 kann mit Korrektur zur Findung günstiger Radien verwendet werden.
Abbildung 4. Skizze Verziehung über Radienpaar
  1. Bezugsachse
  2. Verziehung 2 Radien 112
  3. Verziehungselement 2 Radien u. Parallelbereiche 111
  4. Parallelbereich zur Bezugsachse des Verziehungselements 111
  5. Pufferelement Radius 032
  6. Festelement

Im Beispiel variiert der Radius die Länge der Achsparallele des Verziehungselements.

Eingabe Beispiel 111/112

Zur Berechnung von Fahrbahnaufweitungen mit anschließender Rückverziehung (Linksabbiegestreifen) kann wie folgt verfahren werden:

  • Konstante Aufweitung innerhalb desselben Achselements (Radius oder Gerade) der Bezugsachse:
    • Element 111 am Beginn der Fahrbahnaufweitung
    • Element 111 am Ende der Fahrbahnaufweitung
    • Element 112 am Beginn der Rückverziehung
    • Element 112 am Ende der Rückverziehung

    Das durch Element 111 bereitgestellte achskonzentrische Element bildet die Verbindung vom Ende der Aufweitung bis zum Beginn der Rückverziehung, sodass die Aufweitung als zusammenhängende Achse berechnet wird.

  • Konstante Aufweitung bei Elementwechsel oder Klothoide auf der Bezugsachse:
    • Element 112 am Beginn der Fahrbahnaufweitung
    • Element 112 am Ende der Fahrbahnaufweitung
    • Element 232 mit Eingabe Codeziffer = 0
    • Element 133 zur Stützung diese Folge
    • Element 232 mit Eingabe Codeziffer = 0 (gegebenenfalls mehrmals wiederholen)
    • Aufruf Element 112 am Beginn der Rückverziehung
    • Element 112 am Ende der Rückverziehung

    Diese Elementfolge bildet für den Bereich der konstanten Aufweitung eine Korbbogenfolge, die je nach der Anzahl der Stützungen durch 133 weitestgehend achsparallel verläuft.

Verziehung durch Kombination von Pufferelement und Koppelelement

Einzelradius vorwärts

Der Hauptpunkt des ersten Festelements bleibt fest. Von dort aus wird ein Einzelradius eingepuffert. Der Anfangspunkt des nachfolgenden Festelements wird verschoben.

Abbildung 5. Skizze Verziehung über Einzelradius vorwärts
  1. Festelement
  2. Verziehungselement
  3. Koppelelement
  4. Festelement

Einzelradius rückwärts

Der Anfangspunkt des zweiten Festelements bleibt fest. Von dort aus wird ein Einzelradius an den Endpunkt des ersten Festelements angepuffert. Dieser verschiebt sich entsprechend.

Abbildung 6. Skizze Verziehung über Einzelradius rückwärts
  1. Festelement
  2. Koppelelement
  3. Verziehungselement
  4. Festelement