Dialogfeld Schneller Vorentwurf Querneigungen

Im Dialogfeld Schneller Vorentwurf Querneigungen berechnen Sie die notwendigen Querneigungen im Deckenbuch für die Fahrbahn entlang einer ausgewählten Trasse bzw. in festgelegten Trassenabschnitten.

In Abhängigkeit der gewählten Vorschrift wird die Funktion angepasst.

Abbildung 1. Dialogfeld „Schneller Vorentwurf Querneigung” gemäß RAA/RAL/RASt
  1. Einstellung von Entwurfsgeschwindigkeit und Straßenkategorie
  2. Einstellung der äußeren Spuren für die Berechnung
  3. Definition der Querneigung und des Profiltyps in Geraden
  4. Definition der Querneigung und des Profiltyps in Kurven
  5. Behandlung von Bereichen ohne Klothoide
  6. Behandlung von Scheitelklothoiden
  7. Achsinformation
Anmerkung:
Der Schnelle Vorentwurf Querneigungen ist nur für die fahrdynamische Ermittlung der Querneigungen auf Außerortsstraßen gültig, da die Berechnung auf der Grundlage der RAA und RAL erfolgt.

Der Querneigungsgenerator Schneller Vorentwurf Querneigungen startet automatisch, wenn zur Definition des Deckenbuchs ein RQ gewählt wurde.

Die Funktion dient zur Ermittlung der Querneigungen für die Fahrbahn. Als Grundlage für die Querneigungsermittlung dienen die Vorgaben der gewählten Vorschriften, in Deutschland der RAA bzw. der RAL und der RASt. Daraus wird deutlich, dass die automatische Erzeugung von Querneigungen (nach fahrdynamischen Grundsätzen) nur für Außerortsstraßen (Kategoriegruppe LS laut RIN entspricht EKL1 - EKL 4 nach RAL) sinnvoll ist. Für Innerortsstraßen ist eine automatische Erzeugung der Querneigungen i. d. R. nicht sinnvoll, da dort hauptsächlich äußere Zwangspunkte (z. B. Einfahrtshöhen) wichtig sind.

Nach dem ersten Aufruf des Deckenbuchs und der Wahl des Regelquerschnitts können die Querneigungen mit dem nachfolgenden Dialog automatisch ermittelt werden.

Berechnung gemäß

Legt die Berechnungsgrundlagen fest.

Die Datei [Installation]\X\KATALOG\[Aktueller Katalog]\DesignCriteriaCatalog.xml stellt die Parameter zur Verfügung.

Für die verschiedenen Länder wird dadurch die Berechnung gesteuert:

  • Für Deutschland: Berechnung gemäß RAA/RAL/RASt

    Entwurfsklasse

    Planungsgeschwindigkeit zeigt die angestrebte Pkw-Fahrtgeschwindigkeit gemäß Entwurfsklasse an. Diese bestimmt die fahrdynamisch begründeten Grenzwerte einzelner Entwurfsparameter.

    Die Planungsgeschwindigkeit ist nicht identisch mit der zulässigen Höchstgeschwindigkeit nach der Straßenverkehrsordnung.

    Für Altprojekte mit den alten Vorschriften (RAS-L, RAS-Q und RAS-N) befindet sich im selben Ordner die Datei DesignCriteriaCatalog_für_RAS-L.xml. Diese kann umbenannt werden. Nach dem erneuten Öffnen des Dialogfelds stehen die neuen Einstellungen zur Verfügung.

    Dafür ist eine Sicherheitskopie der bestehenden DesignCriteriaCatalog.xml anzulegen (vorzugsweise in einem anderen Ordner). Danach kann die Datei DesignCriteriaCatalog_für_RAS-L.xml in DesignCriteriaCatalog.xml umbenannt werden. Eventuell ebenfalls eine Sicherheitskopie anlegen!

  • Für die Schweiz Berechnung gemäß VSS

    Straßentyp legt die gewählte Straßenart fest.

    V Projektierung/Ausbau zeigt die angestrebte Pkw-Fahrtgeschwindigkeit gemäß Straßentyp an. Diese bestimmt die fahrdynamisch begründeten Grenzwerte einzelner Entwurfsparameter.

    Die Planungsgeschwindigkeit ist nicht identisch mit der zulässigen Höchstgeschwindigkeit nach der Straßenverkehrsordnung.

  • Für Österreich: Berechnung gemäß RVS

    Straßenklasse legt die Straßenart fest.

    Entwurfsgeschwindigkeit zeigt die angestrebte Pkw-Fahrtgeschwindigkeit gemäß Straßenklasse an (Projektierungsgeschwindigkeit). Diese bestimmt die fahrdynamisch begründeten Grenzwerte einzelner Entwurfsparameter.

    Die Projektierungsgeschwindigkeit (V85) ist nicht identisch mit der zulässigen Höchstgeschwindigkeit nach der Straßenverkehrsordnung.

  • Für Südtirol: Berechnung gemäß RVS

    Straßenklasse legt die Straßenart fest.

    V Projekt/Entwurf zeigt die angestrebte Pkw-Fahrtgeschwindigkeit gemäß Straßenklasse an (Projektierungsgeschwindigkeit). Diese bestimmt die fahrdynamisch begründeten Grenzwerte einzelner Entwurfsparameter.

    Die Projektierungsgeschwindigkeit (V85) ist nicht identisch mit der zulässigen Höchstgeschwindigkeit nach der Straßenverkehrsordnung.

Die Ergebnisse der Querneigungsberechnung werden für die angegebenen Stationsbereiche in die Tabelle für die Querneigungen eingetragen und bilden die Grundlage für die weiteren Berechnungen des Deckenbuchs und die Darstellung des Rampenbands im Höhenplan.

Die Berechnung der Querneigungen kann jederzeit aus dem Deckenbuch heraus wiederholt werden. Veränderungen in der Linienführung im Lageplan werden dabei automatisch nachgeführt.

Fahrbahnränder

Zeigt die Fahrstreifen (Spuren im Deckenbuch) an, welche die Definition begrenzen.

Sollen bei der Definition des Querschnitts individuelle Querschnitte zur Anwendung kommen, können die gewünschten Deckenbuchspuren im Dialogfeld Untere Werkzeugleiste > Fahrbahnränder individuell festlegt werden. Dies ermöglicht zusätzlich Änderungen am Regelquerschnitt.

Der komplette Name der Spur wird im Tooltipp angezeigt.

Berechnung

Legt die Geometrie der Querneigung fest. Für Kurvenbereiche und Geradenbereiche können eigene Parameter gewählt werden.

  • Gerade

    Legt die Parameter für die Kurvenbereiche fest.

    Querneigung (Vorgabe q = 2,5 %) legt die Mindestquerneigung fest.

    Profil legt die Ausbildung der Querneigung fest:

    • Dachprofil mit Neigung zu beiden Seiten
    • Pultprofil mit einseitiger Neigung (Keil)

    Lage Tiefrand legt beim Einseitprofil zusätzlich fest, auf welcher Straßenseite in Achsrichtung sich der Tiefrand befindet.

    Anmerkung:
    Als Standard nach Kurven wird der Rand gewählt, der beim letzten Radius der Tiefrand (Kurve) war.
  • Kurve

    Legt die Parameter für die Geradenbereiche fest.

    Querneigung legt die Orientierung für die Berechnung der Überhöhungsquerneigung in Kurven fest:

    • positive Querneigung: Tiefrand auf der Kurveninnenseite erzeugt eine Hangabtriebskraft gegen die Zentrifugalkraft.
    • negative Querneigung (nur in Ausnahmefällen): Tiefrand auf der Kurvenaußenseite erzeugt eine die Zentrifugalkraft verstärkende Hangabtriebskraft.

    Bei der Wahl einer negativen Querneigung ist diese aus dem entsprechenden Feld zu wählen. Es wird überprüft, ob die trassierten Radien solch eine negative Querneigung zulassen.

    Ausrundung legt die Genauigkeit der Berechnung fest. Das Intervall kann gesteuert werden.

    Anmerkung:
    Aus Sicherheitsgründen wird die Berechnung standardmäßig auf halbe Prozent aufgerundet.

Sonderfälle

Die Verwindung der Fahrbahn (Prinzip siehe Abbildungen) wird i. d. R. in den Bereich des Übergangsbogens gelegt. Dabei prüft das Programm selbstständig, ob eine zweistufige, geteilte Verwindung (Prinzip siehe Abbildungen) notwendig ist. In Wendelinien wird ebenfalls der Abstand zwischen dem Wendepunkt und dem Querneigungsnulldurchgang überprüft.

Anmerkung:
Bei einem zu großen Abstand wird eine Meldung ausgegeben.

Ohne Übergangsbogen

Anteil Verwindung im Kreisbogen legt bei einem Übergang zwischen Gerade und Kreisbogen ohne Klothoide fest, welcher Anteil der Verwindungslänge im Bereich des Kreisbogens liegt.

Scheitelklothoiden

Kurvenlänge mit konstanter Querneigung legt bei Scheitelklothoiden (gleichgerichtete Klothoidenstücke stoßen im gemeinsamen Scheitelradius unmittelbar zusammen) oder Kurven mit sehr kurzen Längen fest, über welche Bogenlänge/Kurvenlänge die Querneigung konstant sein soll.

Abbildung 2. Scheitelklothoide

Empfohlen wird, die Querneigung auf einer Länge von ca. 1/3 der Kurvenlänge konstant zu belassen. Der Rest der Bogenlänge wird jeweils zu gleichen Teilen für die beiden Verwindungen verwendet.

Achsinformationen

Zeigt die Randbedingungen an.

Achse zeigt die aktuell gewählte Achse an.

Gradiente zeigt die eingestellte Hauptgradiente (verwendete Gradiente) an.

Stationsbereich zeigt die Länge der Achse an, für die das Deckenbuch gilt.

Querneigungen und Richtlinien öffnet die Hilfe zum Thema.

Da es sich nur um die Festlegung der Parameter zur späteren Querschnittberechnung handelt, müssen die zugehörigen Gradienten nicht vorher berechnet werden.