Planumskonstruktion

Mit Planumskonstruktion erhalten Sie Querschnittbausteine für die Ausgestaltung der Abgrenzung des Planungsbereichs zum anstehenden Boden bzw. zum Erdbau.

Als Planum wird in VESTRA die untere Begrenzung der Planung im Bereich der Frostschutzschicht bezeichnet.

Anmerkung:
Bei Planumsbausteinen immer erst eine vollständige Planumslinie herstellen.

Bausteine für die Planumskonstruktion werden immer an Schichtbausteine gehängt und auf die zweite Koppelebene gesetzt. Dabei spielt es keine Rolle, auf welcher Seite (Spur) der Baustein eingebaut wird.

Abbildung 1. Frostschutzverlängerung aus beiden angrenzenden Deckenbuchspuren

Bausteine

Folgende Themen werden abgedeckt:

Verlängerung Frostschutz

Erlaubt die Ausweitung der Frostschutzschicht (FSS) über den Spurrand hinaus. Dies kann konstruktiv günstiger oder für die Entwässerung zwingend erforderlich sein.

  • 01 Frostschutzverlängerung Dammfall
  • 02 Frostschutzverlängerung Einschnitt
  • 15 Frostschutzverlängerung zwischen Spuren
  • 16 Frostschutzverlängerung absolut/relativ

Verbinden der Frostschutzschichten im Mittelstreifen

Diese Spezialform ist für den zweibahnigen Querschnitt gedacht:

  • 05 Direkte Verbindung Mittelstreifen
  • 06 Frostschutzverlängerung Mittelstreifen
  • 07 Enge Mittelstreifenverbindung

Planumsknick

Definiert eine Änderung in der Neigung.

Der Planumsknick kann sich über mehrere Spuren erstrecken. Bei einem zweibahnigen Querschnitt ist es nicht möglich, den Planumsknick von der äußersten linken Fahrspur bis zur äußersten rechten Fahrspur automatisch durch zu ziehen.

  • 04 Planumssprungabschrägung
  • 08 Knick immer einrechnend
  • 09 Wandernder Knick
  • 10 Zweiseitiger Knick

Drainage

Bei den Drainagen wird von einer waagrechten Linie unten ausgegangen. Diese kann durch Parameter auf den Wert 0 reduziert werden. Die Neigungen links und rechts lassen sich getrennt einstellen.

Daraus ergeben sich die folgenden Möglichkeiten:

  • 11 Drainage unter Tiefpunkt
  • 12 Drainage unter Tiefpunkt (Flächenhorizont)
  • 13 Drainage absoluter Abstand
  • 14 Drainage relativer Abstand vom Referenzpunkt
  • 17 Einfache Planumsneigung

Sonstige

  • 03 Außenneigung (Füllboden)

01 Frostschutzverlängerung Dammfall

Konstruiert auf der Seite (Rand) die Verlängerung des Frostschutzes bis zum Schnitt mit dem Damm.

Abbildung 2. Baustein 01 Frostschutzverlängerung Dammfall

02 Frostschutzverlängerung Einschnitt

Konstruiert auf der Seite (Rand) bei beengten Verhältnissen (wenn die Unterkante der Verlängerung die Mulde schneidet) die Verlängerung des Frostschutzes nur bis zum ersten Schnittpunkt des Planums.

Abbildung 3. Baustein 02 Frostschutzverlängerung Einschnitt

03 Außenneigung (Füllboden)

Konstruiert eine einfache Neigung vom Straßenaufbauende bis zum Planum.

Abbildung 4. Baustein 03 Außenneigung (Füllboden)

04 Planumssprungabschrägung

Verlängert das Planum auf der Seite (Rand) bei einem Absatz durch den Einbau kleiner Dreiecke mit Verlängerung zur Anpassung unterschiedlicher Planumstiefen.

Abbildung 5. Baustein 04 Planumssprungabschrägung

05 Direkte Verbindung Mittelstreifen

Rechnet in einem zweibahnigen Querschnitt im Mittelstreifen eine direkte Verbindung der Schichten. Der oberhalb liegende Rest wird aufgefüllt.

Anmerkung:
Der Baustein kann nur berechnet werden, wenn der Baustein links eingebaut wird (üblicherweise Spur -1), die angegebene Spur rechts liegt und dazwischen im Wesentlichen Mittelstreifen ist.

Die Neigung ergibt sich.

Abbildung 6. Baustein 05 Direkte Verbindung Mittelstreifen

06 Frostschutzverlängerung Mittelstreifen

Konstruiert bei einem zweibahnigen Querschnitt im Mittelstreifen eine Frostschutzverlängerung mit Stufe in Mittellage. Der oberhalb liegende Rest wird aufgefüllt.

Anmerkung:
Der Baustein kann nur berechnet werden, wenn der Baustein links eingebaut wird (üblicherweise Spur -1), die angegebene Spur rechts liegt und dazwischen im Wesentlichen Mittelstreifen ist.

Die Neigungen werden nach innen verlängert, in Achslage ergibt sich evtl. ein Sprung.

Abbildung 7. Baustein 06 Frostschutzverlängerung Mittelstreifen

07 Enge Mittelstreifenverbindung

Konstruiert in einem zweibahnigen Querschnitt im engen Mittelstreifen eine direkte Verbindung der Schichten. Der oberhalb liegende Rest wird aufgefüllt.

Die ungebundenen Schichten müssen jeweils senkrecht abgebrochen sein.

Verlängerung und Randneigung werden im Mittelstreifenbaustein eingerechnet. Die Neigung ergibt sich.

Abbildung 8. Baustein 07 Enge Mittelstreifenverbindung

08 Knick immer einrechnend

Konstruiert einen Grat im Planum.

Abbildung 9. Baustein 08 Knick immer einrechnend

09 Wandernder Knick

Konstruiert einen Grat im Planum, der immer am Hochrand liegt. Im Verwindungsbereich wandert der Knick auf die andere Seite.

Der Baustein funktioniert für einen ein- und zweibahnigen Querschnitt. Der Verwindungsbereich wird mit einer Polydatei gesteuert.

Die Polydatei wird automatisch erzeugt, wenn im Deckenbuch bei den Hauptspurränder unter dem Planumsknick korrekte Einstellungen definiert wurden.

Als Kopplungspunkte werden P0 und P1 benötigt. Mit der Standardkopplung werden sie automatisch richtig eingestellt.

Die Spurbegrenzung muss kontrolliert werden.

Über den Eingabewert Polydatei kann eine manuelle Polydatei eingestellt werden. Die übersteuert dann die Automatik mit der Deckenbuchpolydatei.

Bis Build 44 hatte der Baustein einen anderen Aufbau verwendet. Werden Altprojekte mit diesem Baustein in einem höheren Build geöffnet, muss der Baustein aus der Kategorie VESTRA 7K => Kompatibilitätsbaustein => nicht für den manuellen Einbau bestimmt verwendet werden.

Abbildung 10. Berechnungsschema
Anmerkung:
Bei einem Knick im Deckenbuch der eingestellten Spur bricht die Berechnung unter Berücksichtigung eines eingestellten Toleranzwerts stationsweise ab.

Einbaulage:

  • 1-bahniger Querschnitt
    • Einbaulage links der Achse und rechte Begrenzung über Eingabewert “Spur” festlegen
    • Platzierung unter den Schichtbaustein des äußersten linken Fahrstreifens
  • 2-bahniger Querschnitt
    • Innere und äußere Begrenzung über Eingabewert “Spur” festlegen
    • Platzierung unter die jeweils äußersten Schichtbausteine
Abbildung 11. Baustein 09 Wandernder Knick
Anmerkung:
Der bisherige Baustein wird der in einer separaten Kategorie der Baustein geführt. Der neue Baustein kann damit ersetzt werden. Er versagt beim Update wegen fehlendem P0. Nur aus Kompatibilitätsgründen zu Altprojekten. Der sollte bei neuen Projekten aber nicht mehr genutzt werden.

10 Zweiseitiger Knick

Konstruiert einen Punkt, von dem aus das Planum nach beiden Seiten mit unterschiedlichen Neigungen angelegt wird.

Folgende Eingabeparameter sind erforderlich:

  • Abstand bezogen auf die Oberkante: Der Abstand ist auf die Oberkante des Schichtenaufbaus bezogen.

    Die Form passt sich den Gegebenheiten an.

  • Angabe Scheitel und Neigung: Die Lage des Planumsscheitels wird explizit durch den Abstand von der Achse oder von einer Spur angegeben.

Es wird immer die rechte Begrenzung der ausgewählten Spur verwendet. Die linke Begrenzung ergibt sich automatisch durch den aktuellen Cursor. Die rechte Grenze kann nicht weiter links von der linken Begrenzung liegen, daher werden alle möglichen Spuren angezeigt.

Der innere Rand Punkt 1 der Einbaulage wird beim Einbau des Bausteins automatisch zum Scheitelpunkt. Durch Ändern des Referenzpunkts von der Fahrbahn auf P0 kann der Scheitelpunkt auch auf die Außenseite der Spur gesetzt werden. Die linke und rechte Begrenzung muss dann über die Spureingaben gesteuert werden. Optional kann der Scheitelpunkt dann nochmals mit einem beliebigen Wert vom Spurrand nach links/rechts versetzt werden. In übergeordneten Schichtenbausteinen (Seite außen/innen) müssen immer die zwei äußeren Punkte der Planumsschicht als Spurspeicherpunkt definiert sein.

Innerer Spurspeicherpunkt ist 101 und äußerer Spurspeicherpunkt 100, Punkt 102 und 103 bilden die Oberkante der letzten Schicht.

Anmerkung:
Wenn an den Hauptspurrändern zusätzlich eine Planumsverlängerung Damm/Einschnitt konstruiert werden soll, muss Eingabe 7 auf Gesetzt gestellt werden.
Abbildung 12. Baustein 10 Zweiseitiger Knick

11 Drainage unter Tiefpunkt

Konstruiert einen gefüllten Graben unter dem tiefsten Punkt der Spur zur Entwässerung.

Abbildung 13. Baustein 11 Drainage unter Tiefpunkt

12 Drainage unter Tiefpunkt (Flächenhorizont)

Sucht ab P1 über den eingestellten Horizont (Unterkante) den Tiefpunkt.

Abbildung 14. Baustein 12 Drainage unter Tiefpunkt (Flächenhorizont)

13 Drainage absoluter Abstand

Konstruiert einen gefüllten Graben an einem definierten Punkt zur Entwässerung.

Abbildung 15. Baustein 13 Drainage absoluter Abstand

14 Drainage relativer Abstand vom Referenzpunkt

Konstruiert einen gefüllten Graben an einem definierten Punkt zur Entwässerung.

Zusätzlich kann die Drainage um einen Abstand relativ versetzt werden.

Einstellen des Abstands:

  • Ausgegangen wird vom Referenzpunkt (normalerweise innerer Rand der Spur)
  • Links der Achse: mit positiven Werten nach links, mit negativen Werten nach rechts
  • Rechts der Achse: mit positiven Werten nach rechts, mit negativen Werten nach links
Abbildung 16. Baustein 14 Drainage relativer Abstand vom Referenzpunkt

15 Frostschutzverlängerung zwischen Spuren

Konstruiert eine Verlängerung des Frostschutzes inklusive abgeschrägtes Ende auf Planum.

Anmerkung:

Der Baustein funktioniert nur, wenn Punkt 6 auf eine höher liegende Fahrbahn schneiden kann. Sonst erzeugt der Baustein keine sinnvollen Flächen.

Schneidet Punkt 6 in ein Bankett bzw. Böschung, liefert der Baustein kein sinnvolles Ergebnis.

Der Baustein braucht den Standardfall: außen liegender begleitender Weg (Rad-, Wirtschaftsweg usw.) mit dünnerem Oberbau als die Fahrbahn der Straße (dickerer Oberbau).

Für kompliziertere Geometrien (Sonderfälle) ist dieser Baustein erweiterbar.

Abbildung 17. Baustein 15 Frostschutzverlängerung zwischen Spuren

16 Frostschutzverlängerung absolut/relativ

Konstruiert eine nach innen bzw. außen weitergehende Frostschutzschicht.

Abbildung 18. Baustein 16 Frostschutzverlängerung absolut/relativ

17 Einfache Planumsneigung

Konstruiert eine Planumsneigung auf eine Seite. Das Vorzeichen der Neigung steuert, ob die Planumsneigung nach unten oder oben verändert wird. Mit der Eingabe Begrenzungsspur wird die 2. Begrenzung der Konstruktion festgelegt. Innerhalb dieser eingegebenen Grenzspur und Einbauspur wird die Planumsneigung nach Vorgabe verändert.

Anmerkung:
In übergeordneten Schichtenbausteinen müssen immer die zwei äußeren Punkte der Planumsschicht als Spurspeicherpunkt definiert sein.

Der innere Spurspeicherpunkt ist Punkt 101 und der äußere Spurspeicherpunkt ist Punkt 100, die Oberkante wird durch die Punkte 102 und 103 definiert.

Abbildung 19. Baustein 17 Einfache Planumsneigung